Medizinstudium – Das 4. Semester an der Uni Leipzig

Medizinstudium: Das 4. Semester an der Uni Leipzig! medicine, study, student, medical, medstudent, university, leipzigEndlich Semesterferien! Und damit ist es auch wieder Zeit für einen neuen Semesterbeitrag, der sich heute um das 4. Semester im Medizinstudium speziell an der Uni Leipzig drehen soll. Ich weiß selbst, dass man sich gerade am Anfang eines neuen Semesters, eventuell mit neuen Fächern, leicht verloren fühlt zwischen Pflichtveranstaltungen, Buchtipps (die man Zitat aller Professoren „UNBEDINGT ALLE kaufen muss, natürlich in den allerneuesten Auflage“ – nicht) und anstehenden Prüfungen. Daher schreibe ich diese Beiträge sehr gerne und hoffe, dem ein oder anderen damit vielleicht eine Hilfestellung geben zu können – wenn Ihr gerade ins 2. Semester kommen solltet, klickt mal hier! Sollte euch etwas auffallen, dass sich verändert hat oder nicht mehr aktuell ist, meldet euch gerne. Ich schreibe die Beiträge ja immer, wenn ich selbst schon ein Jahr weiter bin, da kann sich durchaus auch mal etwas ändern. Viel Spaß beim Lesen! [Stand: Sommersemester 2018]

Kurz vorweg: Ich habe das 4. Semester im Allgemeinen als sehr entspannt empfunden, da man nur wenig Fächer, noch weniger Pflichtveranstaltungen und damit viel Zeit zum Lernen hat, was natürlich gute Voraussetzungen sind um danach mit dem Lernen für das Physikum durchstarten zu können. Da sich von den Fächern verglichen mit dem 3. Semester nicht viel ändert, schaut gerne noch mal hier vorbei, da gehe ich genauer darauf ein.

Biochemie

Allgemeines: Auch im 4. Semester finden täglich Biochemie-Vorlesungen statt, die ich persönlich gut fand – hingehen muss man nicht unbedingt, da der Großteil auch auf unserer uni-internen Seite (leider nur für Medizinstudenten der Uni Leipzig zugänglich) als Podcast hochgeladen wird. Für mich hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt, sich die Vorlesungen zu Hause anzusehen. Weiterhin gibt es die wöchentlichen Seminare und Praktika – alles wie gehabt.

Materialien: Auch im 4. Semester bin ich bei meiner bewährten Lerntechnik geblieben: Erst Lesen im Endspurt, dann abfragen mit smartmedix-Lernkarten und anschließend die Vorlesungsfolien durchsehen, ob da noch irgendwas steht was ich bisher noch nicht gelernt hatte und ggf. mit Klebezetteln das Endspurtskript ergänzen. Wer es gern genauer möchte, dem kann ich die Duale Reihe empfehlen – ich finde aber nach wie vor nicht, dass man sich unbedingt ein „großes Lehrbuch“ kaufen muss.

Prüfung: Auch im 4. Semester schreibt man in Biochemie zwei Klausuren: Die erste über Hormone, die zweite dann über den restlichen Stoff (Blut, Immunsystem, Organstoffwechsel, ..). Gerade für die Hormon-Klausur lohnt es sich gut zu Lernen, da das nicht sooo viel Stoff ist und man denke ich gut Punkte reinholen kann. In der letzten Klausur kann man seinen Lernaufwand dann natürlich abwägen: Wenn einem nur 1, 2 Punkte fehlen kann es etwas entspannter angehen lassen, als wenn man noch 15 braucht. Trotzdem würde ich noch nicht aufgeben, selbst wenn Ihr noch 14, 15 Punkte am Ende schaffen müsst, da die Bestehensgrenze am Ende häufig etwas runtergesetzt wird. Und spätestens für das Rigorosum ein paar Wochen später muss man den Stoff ja eh gelernt haben. Für alle, die die Klausur am Ende noch mal schreiben müssen gibt es übrigens ein Repetitorium bei dem Dozenten, der letztendlich auch die Klausur stellt; allgemein gilt die Wiederholungsklausur in Biochemie als sehr gut machbar.

Physiologie

Allgemeines: Im 4. Semester gibt es weiterhin früh Physiologie-Vorlesungen, die sich je nach Dozent mal mehr, mal weniger gelohnt haben. Da es da aber mittlerweile auch Podcasts gibt, kann man sich den Gang früh in die Uni tatsächlich sparen und sich seine Zeit flexibel zu Hause einteilen. Auch Seminare und Praktika gibt es weiterhin.

Materialien: Ich habe mich auch in Physiologie auf Endspurt + smartmedix verlassen, ergänzt mit den Infos aus unserem Seminar (dazu sei aber gesagt, dass wir einen super Seminarleiter hatten, der uns wirklich mega viel beigebracht hat und auch oft ins Detail gegangen ist). Von den großen Lehrbüchern mochte ich am Meisten den Silbernagl zum Nachlesen, aber den muss man finde ich auch nicht unbedingt kaufen – es gibt ja auch noch die Bib.

Prüfung: Es gibt wieder zwei Klausuren, das Thema für die erste war Motorik, Muskeln und Reflexe und in der zweiten wurde vor allem Sensibilität und Sensorik abgefragt (also auch Hören, Sehen, Riechen usw.). Ich fand die Themen und auch die Klausuren im vierten Semester um Längen besser und einfach als die im dritten, daher ist es auch hier sehr gut möglich, noch viele Punkte reinzuholen!

Anatomie

Allgemeines: Das 4. Semester beinhaltet fünf Seminare „klinische Anatomie“, bestehend aus einem Ultraschall-Seminar und vier im Präpsaal, und einer großen Abschlussklausur Anatomie, die kurz nach den Semesterferien ansteht. Die Seminare fand ich tatsächlich ziemlich cool, weil ich auf der einen Seite eine super Seminarleiterin hatte, bei der man echt mega viel gelernt hat, und weil ich auf der anderen Seite ja eh gerade für den Anatomie Zweitversuch gelernt habe (den Beitrag dazu gibt’s hier) und vom Stoff her einfach gut vorbereitet war.

Materialien: Zum Seminar gibt es wieder ein Seminarheft, dass man sich bei seDruck kaufen kann oder sich durchaus auch von älteren Semestern leihen/kaufen kann (so hab ich das gemacht). Ansonsten braucht man seinen Präpkittel, Handschuhe und evtl. Präpbesteck.

Prüfung: Das Seminar hat keine abschließende Prüfung am Ende, man schreibt aber wie gesagt die große Abschlussklausur, in der im Grunde genommen der gesamte Stoff abgefragt wird (ähnlich wie dann auch beim Physikum). An sich ist das eine sehr gute Wiederholung und man hat ja in den Ferien davor an sich auch Zeit zu lernen, aber es kommt immer sehr auf den Dozenten an, wie machbar die Klausur am Ende wird. Bei uns sind damals wirklich einige durchgefallen, obwohl die Grenze nach unten gesetzt worden ist, weil einfach sehr viele Details abgefragt worden sind, die irgendwo im Kleingedruckten in der Dualen Reihe standen. Die Nachklausur war dann aber total gut machbar, auch wenn man sich aus Zeitgründen (wie ich) ausführlich mit Endspurt vorbereitet hat. Ein paar Details habe ich dann auch noch in der dualen Reihe nachgelesen, aber primär bin ich bei Endspurt geblieben und habe den zweiten Versuch dann auch relativ deutlich bestanden.

Medizinische Psychologie & Soziologie

Allgemeines: Auch wenn man im Idealfall die Prüfung zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden hat, muss man trotzdem weiterhin zu den COMSKIL-Kursen gehen, die wieder sechs Wochen lang stattfinden. Die, die noch kein Gespräch mit einem Schauspielpatienten hatten müssen spätestens jetzt ran, das Selbe gilt für das Referat – am Ende muss jeder beides als Prüfungsleistung gemacht haben.

Ein paar abschließende Worte: Ich fand das 4. Semester (trotz Nachklausur) alles in allem in Ordnung und auf jeden Fall weniger stressig als das 3. Man hatte selten Uni (Psycho fällt ja irgendwann weg, und auch in Physio hat man weniger Praktika, genau wie in Anatomie), und konnte sich gut auf die Klausuren vorbereiten.

Allen, bei denen das 3. Semester vielleicht nicht so gut gelaufen ist, die in Biochemie und/oder Physiologie noch viele Punkte brauchen: Gebt nicht auf. Der Stoff wurde (aus meiner persönlichen Sicht) wirklich leichter, man konnte in Physio viel verstehen und anwenden auch auch die Klausurfragen wurden etwas einfacher. Ich habe immer den Eindruck, die Dozenten wollen einfach nicht, dass man im 3. Semester schon viele Punkte sammelt und dann im 4. „faul“ wird, weil man ja eh alles für das Physikum braucht und vorher schon mal gelernt haben sollte. „Aussieben“ oder Durchfallen lassen wollen aber weder die Physiologen noch die Biochemiker, zum mindest war das immer mein Eindruck.

Das Semester endete bei uns am 28. Juni mit der letzten Biochemie-Klausur (danach war glaube ich nur noch ein Seminar), und damit ging es dann auch langsam an die Physikumsvorbereitung. Wie ich das gemacht habe, wann ich angefangen habe usw. könnt Ihr hier in meinem Beitrag zum Physikum nachlesen!

Wie immer hoffe ich, dass ich Euch mit dem Beitrag ein wenig helfen konnte – sollte sich irgendwas geändert haben oder noch Fragen zum Medizinstudium an der Uni Leipzig offen sein könnt Ihr mir hier gerne ein Kommentar hinterlassen oder eine Mail schreiben.
Eure Jule Unterschrift

 

 

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