Studieren mit dem iPad – Ein Erfahrungsbericht

Medizinstudium: Studieren mit dem iPad, Tipps, Erfahrungsbericht, study, medicine, medschool medstudent, digital, studentUnbezahlte Werbung wegen Nennung / Bereits seit ziemlich genau einem Monat, also seit Beginn des neuen Semesters bin ich was Lernen und Studieren angeht größtenteils auf digital umgestiegen und habe mir ein iPad gekauft. Digitales Lernen ist ja aktuell ziemlich im Kommen da es wirklich diverse Vorteile bietet und den täglichen Papierverbrauch drastisch reduziert. Außerdem werden die Angebote immer besser, alltagstauglicher und stehen nicht mehr nur finanziell besonders gut betuchten, sondern auch normalen Studenten wie Dir und mir zur Verfügung.

Viele von euch haben sich einen Post mit meinen Erfahrungen gewünscht, da sie selber mit dem Gedanken spielen, sich ein iPad zum Studieren zuzulegen. Deswegen habe ich euch jetzt meinen Erfahrungsbericht zum Studieren mit dem iPad mit einigen Tipps und Vor-, aber auch Nachteilen abgetippt. Viel Spaß beim Lesen!

Warum habe ich mich zum Studieren für ein iPad, und nicht für ein anders Tablet entschieden?

Für mich war in diesem Fall das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend. Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt mir ein iPad zu kaufen, allerdings wusste ich ganz genau, dass es mir für mein Studium nur dann was nutzen würde, wenn ich auch mit einem Stift darauf mitschreiben konnte – damit waren alle iPads, die bisher auf dem Markt und in meiner Preisklasse waren raus und so dringend, dass ich in ein iPad Pro investiert hätte, brauchte ich ein Tablet dann eben doch nicht. Mittlerweile gibt es aber das neue iPad (das hat auch keine spezielle Bezeichnung, einfach iPad 2018), welches kompatibel mit dem Apple Pencil ist und insgesamt mit 128 GB, mit Stift und Studentenrabatt noch ca. 500€ kostet. Das ist immer noch wahnsinnig viel Geld, aber deutlich weniger als man für ein iPad Pro hinlegen müsste – und auch Geräte anderer Anbieter, die Ähnliches können sind hier nicht preiswerter. Für mich kam als weiterer Vorteil noch dazu, dass ich auch sonst Apple Geräte nutze und so ohne Probleme alle meine Daten auf Handy, Laptop und Tablet nutzen kann. So kam es also dazu, dass ich beschlossen habe auf papierloses Lernen umzusteigen, der Umwelt und meinen Druckkosten etwas Gutes zu tun und fürs Studium ein iPad zu nutzen.

Doch was sind die Vorteile des papierlosen Lernens und Studieren mit dem iPad?

Der größte Vorteil der sich für mich ergeben hat ist definitiv, dass ich mir die Vorlesungsfolien nicht mehr alle ausdrucken muss und trotzdem problemlos darauf mitschreiben kann. Bisher habe ich es so gehandhabt mir die Vorlesungsfolien auszudrucken so fern es welche gab (schwarz-weiß, mindestens vier Folien pro Seite, was bei kleinen Abbildungen auch nicht immer der Knaller war), um dann in den Vorlesungen darauf mitschreiben zu können. Ohne die Folien war effektives Mitschreiben unmöglich – dazu ist das Tempo das manchmal an den Tag gelegt wird einfach zu hoch. Jetzt kann ich ohne Probleme auf jeder Folie handschriftlich mitschreiben, mir etwas zu Abbildungen (die jetzt groß und bunt sind) dazu schreiben, Fehler einfach wieder „wegradieren“, unnötige Folien direkt rauslöschen und mir, wie mit normalen Textmarkern auch das Wichtigste markieren – und natürlich fällt das auf Dauer doch kostenintensive Ausdrucken weg.

Ebenfalls hilfreich ist das iPad in Vorlesungen für die überhaupt keine Vorlesungsfolien zur Verfügung gestellt werden. Bisher habe ich immer versucht so gut es geht mitzuschreiben, mir wichtige, textlastige Folien und gute Bilder abzufotografieren und mich nachmittags hinzusetzen, um alles ins Reine zu schreiben. Das dauert natürlich seine Zeit, vor allem wenn man das ein oder andere Bild noch abmalt und ist am Ende null effektiv. Jetzt kann ich auf dem iPad mitschreiben, aber mir gute und wichtige Folien direkt abfotografieren, in meine Mitschrift einfügen, darauf mitschreiben und mir wichtige Dinge direkt markieren und die nachmittägliche Nachbearbeitung fällt weg.

Mein Rücken dankt mir die iPad-Anschaffung übrigens auch, denn schwer schleppen fällt ab jetzt weg. Vorlesungen, Seminaraufgaben und Mitschriften habe ich jetzt digital und vor allem: immer dabei. Das gleiche gilt für Lehrbücher, die ich als eBook habe oder die zum Beispiel von Thieme online verfügbar sind. Wenn ich mich irgendwo in einer Freistunde hinsetzen möchte um zu lernen, muss ich nicht den ganzen Kram von zu Hause mitschleppen, sondern habe das Meiste sowieso immer dabei. Ebenfalls ein Plus für mich: Ich kann mir in den eBooks Sachen markieren. In gekaufte Bücher male ich ungern rein, weil Textmarker ja meistens schmieren oder Flecken machen und es definitiv mein inneres Gleichgewicht stört, wenn ein Lehrbuch am Ende so aussieht. Außerdem lassen sich markierte Lehrbücher nicht mehr so gut weiterverkaufen, dabei profitieren davon ja alle: Man selbst wird Kram los, den man nicht mehr braucht und schafft Platz und Geld für Neues, und die armen Semester, die das Physikum noch vor sich haben kommen günstiger an Lehrmaterialien. Auf der anderen Seite hilft es mir aber total, mir wichtige Passagen anzumarkern, weil ich bei langen Texten oft den Faden verliere und sie auch nicht mehr so schnell wiederfinde. Dafür liebe ich meine „digitalen Textmarker“! Wer sich generell für meine Lernstrategien und Organisationstipps interessiert, der kann gerne mal hier bei diesem Beitrag vorbeischauen!

 

Medizinstudium, Apps, Tipps, digitales Lernen, Studieren mit dem iPad, student, study, medicine, medstudent

Medizinstudium, Apps, Tipps, digitales Lernen, Studieren mit dem iPad, student, study, medicine, medstudent

Also alles super beim Studieren mit iPad?

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch Nachteile, die ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Gerade im Sommer lernt sich nicht so gut vom Display, da es einfach zu hell draussen in der Sonne ist und sich vieles auf dem iPad spiegelt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass man den Apple Pencil wirklich öfter laden muss, als es so ein kleines Gerät rechtfertig. Letzteres ist aber nicht so schlimm, denn wenn man den Stift 30 Sekunden ans Tablet anschließt, kann man nochmal 30 Minuten damit schreiben – was Apple hier verspricht stimmt tatsächlich, habe ich selbst getestet!
Natürlich muss man auch immer dran denken, das iPad wenigstens alle 2 Tage abends zu laden, sonst sieht es am nächsten Morgen in der Vorlesung schlecht aus mit dem Mitschreiben, selbes gilt, wenn man es zu Hause liegen lässt, was im frühmorgendlichen Stress schon mal passieren kann. Sonst habe ich eben mal ein Skript liegen gelassen, hatte aber wenigstens den Rest dabei – vergisst man das iPad, liegt leider alles zu Hause, und deswegen schaue ich auch jeden Tag wenn ich schon vor dem Haus auf dem Rad sitze nach, ob es auch WIRKLICH im Rucksack ist.

Mein Fazit

Ich habe für mich auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen. Auch wenn ich immer dachte ich wäre ein Papiermensch, komme ich total gut zurecht und kann auch gut vom iPad lesen und lernen. Sogar Lettering und Calligraphy funktioniert mit dem Apple Pencil! Es erleichtert mir den Unialltag und bietet Möglichkeiten, die ich vorher nicht hatte, zum Beispiel farbige, bunte Graphiken anstatt winzigen Schwarz-Weiß Bildchen zum Lernen zu nutzen. Außerdem lerne ich gerade im Sommer gerne draussen, und kann mir so einfach das Tablet schnappen, in den Park fahren, im Anatomieatlas schmökern, mir im Lehrbuch Dinge markieren, digitale Lernkarten schreiben, online Examen kreuzen, … Und dabei wiegt die Tasche nur 0,46 Kilogramm, ich habe noch genug Platz für Lernsnacks, Decke, Sonnencreme, Wasserflasche und Co. und schone ganz nebenbei auch noch die Natur, denn mein Papierverbauch ist drastisch zurückgegangen. Schon irgendwie toll, oder?

[Edit 03.06.18: Mich erreichen immer wieder Fragen ob ich denn jetzt, nach zwei Monaten Studieren mit iPad immer noch so zufrieden mit dem iPad bin wie anfangs. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich für meine Mitschriften in Vorlesungen, Seminaren, etc. nur noch das iPad benutze und gar keinen Block und Stifte mehr dabei habe. Diese Mitschriften dienen mir vor allem zum Nachschauen von Details die zum Beispiel im Endspurtskript nicht so ausführlich behandelt werden oder um mir dozentenspezifische Lieblingsthemen nochmal zu Gemüte zu führen. Wirklich „vom iPad lernen“ tue ich nicht, aber ich habe auch das gesamte 3. Semester davor nicht mehr von handschriftlichen Zusammenfassungen gelernt, sondern eben mit Endspurtskript, smartmedix-Lernkarten oder selbstgebastelten Kurzübersichten. Aber es ist so praktisch, für Ergänzungen einfach GoodNotes zu öffnen und nachzusehen, oder etwas in einem eBook (die ich ja jetzt immer dabeihabe) nachzuschauen. Ich bin definitiv zufrieden, und es ist so ein großer Vorteil alle Vorlesungen inklusive den Grafiken immer dabei zu haben, ergänzt mit meinen eigenen Notizen ohne alles auf tausend Seiten auszudrucken.]

Hier geht es weiter mit der Beitragsreihe zum Studieren mit iPad, diesmal mit meinen ultimativen App-Tipps:

Teil 2: Erfolgreich digital (Medizin) studieren – Diese 11 Apps brauchst Du!

Wenn Ihr noch Fragen zum Studieren mit iPad habt, oder einen Tipp für Apps, egal ob zum Thema Medizin, Studium, Lernen, Unterhaltung, … Schreibt es gerne in die Kommentare, ich freu mich!
Eure Jule Unterschrift

 

 

Vielleicht interessiert Dich ja auch einer dieser Artikel?

12 Gedanken zu „Studieren mit dem iPad – Ein Erfahrungsbericht

  1. Hi 🙂 Wirklich ein interessanter Artikel!
    Ich überlege gerade, ob es mehr sinn macht, ein Ipad oder ein Macbook für das Studium (Betriebswirtschaft&Wirtschaftspsychologie) zu kaufen. Ich habe noch ein altes Macbook, dass aber nicht mehr ganz so fit ist und ich daher auch nicht mit in die Uni schleppen möchte.
    Ich sehe ebenfalls die Vorteile des Ipads (Skripte usw.) habe aber bedenken, was längere Hausarbeiten angeht. Wie handhabst du das?
    Hast du eine externe Tastatur oder einen zweiten PC an denen du Hausarbeiten/ Bachelorarbeit schreibst?

    Würde mich über eine Antwort sehr freuen 🙂

    Liebe Grüße

    1. Hallo Vivi!

      Ich liebe mein iPad, gerade für Vorlesungen zum Mitschreiben. Es ist leicht, braucht nicht viel Platz, man kann easy direkt auf den Folien handschriftlich mitschreiben und auch Skizzen machen, oder die Tafelmitschrift abfotografieren und gleich in das Dokument einfügen.
      Da ich keine Arbeiten für die Uni schreiben muss, war das bisher kein Thema für mich, aber ich habe auch noch ein MacBook, auf dem ich zB auch meine Blogbeiträge schreibe und das ich später auch für meine Doktorarbeit nutzen werden, sofern es denn noch läuft. Ich würde aber denke ich zu einer Tastatur tendieren die zum iPad passt, und dann halt zu Hause das MacBook nutzen, dann musst du es nicht mitschleppen, kannst es aber zu Hause trotzdem nutzen. Einen neuen Laptop würde ich denke ich nicht kaufen, das finde ich einfach für die Uni nicht so praktisch! Aber vielleicht ist das in deinem Studiengang ja anders. Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen, wenn Du sonst noch konkrete Fragen hast, meld Dich gerne! Liebe Grüße, Jule 🙂

      1. Macht es deiner Meinung nach auch Sinn, sich ein IPad zu kaufen, wenn man ansonsten keine Apple Geräte verwendet? Ich denke zur Zeit auch darüber nach mir ein Tablet für die Uni zu kaufen und vermute, dass ich mit dem IPad und meinem Laptop einfach nicht zusammenarbeiten kann. Dadurch, dass aber alle die ein Tablet verwenden ein Ipad benutzen, findet man leider auch nicht wirklich Erfahrungsberichte zu anderen Tablets im Zusammenhang mit der Uni.

        1. Hallo Franzi!

          Ich kann Dir leider keinen Erfahrungsbericht dazu „aus erster Hand“ geben, da ich auch ein Mac Book habe. An sich muss ich aber sagen, dass ich meinen Laptop für die Uni wirklich überhaupt nicht nutze (sondern nur für meinen Blog & Co), und alles für die Uni auf dem iPad stattfindet und da auch bleibt – es würde also für mich überhaupt kein Problem werden, wenn ich mal einen anderen Laptop habe. An sich finde ich das iPad wirklich Top, sowohl von der Funktionalität als auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis (das iPad 2018 mit Apple Pencil und Studentenrabatt). Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage! Liebe Grüße, Jule 🙂

  2. Ich möchte mir auch ein ipad pro anschaffen, aber bin mir unsicher wie viel GB ich benötige. Man kann theoretisch auch externen Speicherplatz damit nutzen oder? Was kannst du empfehlen?
    LG Nicole

    1. Liebe Nicole! Ich habe mir 128 GB angeschafft, damit ich dann auch wirklich bis zum Ende des Studiums alles da drauf haben kann, man will ja beim Lernen fürs Staatsexamen nicht alles wieder auf irgendwelche Festplatten suchen müssen 🙂 Theoretisch ist es aber natürlich möglich, gewisse Dinge auch extern wegzusichern. Ich habe aber bisher nach 2 Semester mit iPad lediglich 15GB belegt, und da sind ja auch alle Apps usw. drauf – der reine Text und die Uni Präsentationen kosten nicht so viel Speicherplatz. Weniger als 128 GB kann würde ich aber nicht empfehlen. Liebe Grüße, Jule 🙂

  3. Bin auch am Überlegen, ob ich mir ein Tablet fürs Studium zulege. Wie bekommt man denn diesen Studentenrabatt auf iPads?
    Habe davon noch nie gehört und das wäre ja schon ganz praktisch 🙈

    LG Michelle

    1. Hey Michelle!

      Der Studentenrabatt gilt, wenn Du Dein iPad direkt bei Apple kaufst, schau mal hier: https://www.apple.com/de/shop/back-to-school Du musst dann über unidays deinen Studentenstatus bestätigen (da reicht es glaube ich, die Uni-Mail-Adresse zu nutzen), das ging recht fix, und anschließend hast Du Zugriff auf die Bildungspreise von Apple.

      Liebe Grüße, Jule

      P.s: Ich liebe das iPad, nutze es täglich und würde mich immer wieder dafür entscheiden, für’s Studium künftig ein Tablett zu nutzen!

  4. Hi Jule,
    ich fange im Oktober auch an zu studieren und würde mir ergänzend zu meinem Mac noch ein iPad zum Mitschreiben und zur Erstellung von Übersichten (also komplett schriftliche Angelegenheiten) kaufen.
    Größere Referate, Hausarbeiten und Recherchen natürlich über den Mac.
    Nun bin ich etwas überfragt, wenn es um den Speicherplatz geht.
    Wie viel GB hast du und würdest du sagen, dass 64 GB dicke reichen? Allein für die ganzen Folien, Mitschriften, Übersichten, Bücher etc. ?
    Ich bin mir ein wenig unsicher und stehe kurz davor 256 GB zu nehmen.
    Aber dann muss mein Konto schon echt leiden.
    Liebe Grüße 🙂

    1. Liebe Vanessa,

      ich habe kein iPad Pro, sondern dieses hier: https://www.apple.com/de/shop/buy-ipad/ipad-10-2
      Dabei kann man nur auswählen zwischen 32GB und 128 GB, und man braucht wirklich kein iPad Pro für’s Studium! Der Apple Pencil funktioniert auch auf diesem hier, und das mit 128 ist (verglichen mit dem Pro) auch preislich, vor allem mit Studentenrabatt, den du ja bald nutzen kannst, in Ordnung. 32 finde ich sehr wenig, 128 allerdings für das gesamte Studium locker ausreichend! Man kommt dann mit dem Apple Pencil und 128 GB auf ca. 500€.

      Generell ist es aber wirklich eine tolle Anschaffung, die ich nur empfehlen kann! Wenn Du noch eine Frage hast, kannst Du mir auch gern eine Mail schreiben.

      Liebe Grüße,
      Jule

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben