Das 2. Semester Medizinstudium an der Uni Leipzig

Medizinstudium: Tipps und Tricks für das 2. Semester an der Uni LeipzigUnbezahlte Werbung wegen Nennung / Hallo Ihr Lieben! Bald geht für viele von euch das zweite, in Leipzig berühmt berüchtigte Anatomiesemester inklusive dem Präparierkurs los, und das heißt es ist wieder Zeit für einen Beitrag über die Fächer und Prüfungen im 2. Semester Medizinstudium an der Uni Leipzig!

Vorne weg ist dieses Semester ein wenig anders als das Erste, da man deutlich weniger Präsenzzeit an der Uni hat, dafür aber zu Hause kontinuierlich lernen muss.

Letzteres lässt sich aber nett in den Park auslagern, und in der Sonne mit ein paar Freunden zusammen lernt es sich doch schon viel besser. Viel Spaß beim Lesen! [Stand: Sommersemester 2017]

Anatomie

Allgemeines: Ihr werdet in diesem Semester mit keinem Fach so viel Zeit verbringen, wie mit der Anatomie. Beinahe jeden Tag stehen knapp 2,5h Stunden Präparierkurs an, und am Nachmittag geht es dann weiter mit dem Lernen für das nächste Testat. Begleitend findet früh immer die Vorlesung Anatomie statt, in der sowohl die Makroskopie als auch die Mikroskopie zum aktuellen Abschnitt gelesen wird.

Materialien: Für den Präparierkurs braucht man auf jeden Fall ein Präparierbesteck, das man zum Beispiel vom SturaMed kaufen kann, mindestens einen Laborkittel, Handschuhe und es bieten sich besonders für den Anfang Einmalschürzen an (kann man gut und günstig als Sammelbestellung online mit ein paar Kommilitonen gemeinsam bestellen). Ansonsten sollte man sich die Präparieranleitung und ganz wichtig, den Lernzielkatalog von der Homepage der Anatomie ausdrucken (dazu bietet sich printpeter.de super an), man benötigt einen Anatomieatlas (am Besten einen gebrauchten, oder den abwischbaren von Sobotta, wenn Ihr euren Guten nicht mit in den Saal nehmen wollt) und ein Lehrbuch.

Als Lehrbuch habe ich für die ersten drei Testate die duale Reihe vom Thieme Verlag genutzt, bin dann aber aus Zeitgründen für die beiden letzten Testate auf die Lernkarten vom smartmedix und das Endspurtskript vom Thiemeverlag umgestiegen.

Da der Kurs im Sommer stattfindet, man aber streng genommen zu geschlossenen Schuhen und langen Hosen verpflichtet ist, bietet es sich an, ein paar alte Sneaker und eine dünne Stoffhose, die man einfach über seine Shorts drüber ziehen kann im Spind zu haben.

Prüfung: Im zweiten Semester im Medizinstudium in Leipzig hat man insgesamt 5 mündliche Anatomietestate im Abstand von zwei bis drei Wochen zu den Themen Rumpfwand (1), Brust- und Bauchsitus (2), Beckensitus und untere Extremität (3), obere Extremität und Hals (4) und das Kopf- bzw. Schädeltestat (5). Man wird von seinem Prüfer meist in Zweier-Grüppchen geprüft und ist, je nachdem wie gut es läuft, nach 10-15 Minuten fertig.

Für die ersten drei Testate habe ich mir, orientierend am Lernzielkatalog, eine handschriftliche Zusammenfassung mit Hilfe der dualen Reihe gemacht, und diese auswendig gelernt. Zusätzlich muss man meist noch einige klinische Dinge parat haben und muss in der Lage sein, auch alles am Körperspender zu zeigen, was man so zeigen kann. Deswegen ist es auch immer gut, zum freiwilligen Eigenstudium zu gehen, da man dort in Ruhe mit seinen Kommilitonen alle Strukturen durchgehen kann, die man auch zeigen können muss.

Da nach dem dritten Testat auch so langsam das Lernen für Histo losging, habe ich für das vierte Testat mit den Lernkarten von smartmedix gelernt, und mir nur das ergänzend rausgeschrieben, was ich dort nicht gefunden habe, ähnlich war es beim Kopftestat, nur dass ich da das Endspurtskript genommen habe. Rückblickend betrachtet wäre das wahrscheinlich von Anfang an die klügere Strategie gewesen, da das Rausschreiben wirklich wahnsinnig viel Zeit gekostet hat.

Ansonsten gehört immer ein wenig Glück dazu, gute Fragen zu ziehen – insgesamt sind es drei, von denen man auf jeden Fall zwei gut beantworten können sollte. Wenn die dritte ein wenig holpriger ist, drücken die meisten Prüfer auch ein Auge zu.

Meinen Erfahrungsbericht zum Präpkurs findet Ihr hier!

Das 2. Semester Medizinstudium an der Uni Leipzig

Histologie

Allgemeines: Anders als im ersten Semester gibt es jetzt nicht mehr seperate Histo-Vorlesungen, stattdessen wird immer ein ganzer Bereich zum Beispiel Gastrointestinaltrakt mit der Makroskopie und der Mikroskopie dazu gelesen. Begleitend gibt es wie immer den Mikroskopierkurs, in dem die einzelnen Organe besprochen und mikroskopiert werden.

Materialien: Auch für das 2. Semester Medizinstudium gibt es wieder ein Arbeitsheft vom Verlag Wissenschaftliche Skripten, ich fand aber schon das erste doof und hab mir dementsprechend das zweite nicht gekauft. Stattdessen hab ich immer mein Endspurtskript dabei gehabt und die Kommentare der Dozenten mit Bleistift oder auf PostIts ergänzt.

Prüfung: Die Histologie bzw. mikroskopische Anatomie wird abgeschlossen mit dem zweiten Teil der MC-Klausur, bei der es wieder 25 Fragen (ca. 15 mit Bild, 10 reine Theorie) zu beantworten gilt. Tatsächlich ist diese Teilklausur bei mir und den meisten anderen die ich kenne besser ausgefallen als die im ersten Semester, und man kann gut ein paar Punkte aufholen, die bei der ersten Teilklausur vielleicht gefehlt haben.

Vorbereitet habe ich mich folgendermaßen: Ich habe mir die wichtigste Vergrößerung der Präparate aus dem online-Histoprogramm ausgedruckt, beschriftet und auf der Rückseite mit Hilfe des Endspurtskripts alle relevanten Fakten zusammengefasst. Zusätzlich dazu habe ich mir alle anderen Vergrößerungen bei dem Programm angeschaut und versucht zu benennen, die Texte dazu durchgelesen und ganz wichtig: sehr viel kreuzen! Leider kann man sich nicht auf das Endspurtskript verlassen, da gerne genau die Fakten abgeprüft werden, die da nicht drin stehen, aber dafür hab ich mir die Texte zu den online Präparaten durchgelesen und bin ohne Probleme durch die Prüfung gekommen – auch ohne den ganzen Welsch oder Lüllmann-Rauch gelernt zu haben.

Sinnesorgane und Gehirn kommen übrigens eigentlich nicht dran, dafür gibt es im 3. Semester dann die Neuroanatomie, aber das würde ich lieber vorher nochmal fragen, man weiß ja nie.

Das 2. Semester Medizinstudium an der Uni Leipzig

Physik-Praktikum

Allgemeines: Im 2. Semester steht nach der Abschlussklausur das physikalische Experimentalpraktikum an. Dafür muss man 12 Versuchskomplexe absolvieren, je einmal die Woche für ca. 1,5 Stunden und kommt hin und wieder im Antestat dran. Jeder Dozent handhabt das anders, manchmal darf man sich freiwillig melden, bei anderen widerrum nicht, allerdings kommt jeder ungefähr gleich oft dran, und immer so 4-5 Leute. Man kann sich also circa ausrechnen, wann man frühestens wieder dransein kann. Es kommen übrigens auch die Fragen dran, die man so vermutet. 😉

Materialien: Man braucht das Arbeitsheft von Lehmanns in unbenutzt, allerdings kann es hilfreich sein von höheren Semestern ein ausgefülltes Heft zu haben, um sich besser vorbereiten zu können. Die Theorie zu den Versuchen die online gestellt wird, habe ich mir bei printpeter.de ausdrucken lassen, was ich euch auch empfehlen würde. Ansonsten sind die Versuche wirklich idiotensicher erklärt, und das Praktikum war meistens sehr lustig.

Prüfung: In der Abschlussklausur zum Praktikum muss man zwei Versuche selbst durchführen, und anschließen noch ein paar Theoriefragen beantworten. Man darf sein Praktikumsskript mit allen Notizen benutzen, und muss meist einen Teilversuch durchführen. Wenn man sich die Altprotokolle anschaut, kann man sich auch gut denken, welche Versuche drankommen können und was so für Fragen gestellt werden. Man hat super viel Zeit, und sitzt mit 7 anderen in einem Raum, wo jeder in Ruhe seinen Versuch macht, also keine Angst, dass man das vor allen vorführen muss oder so. Insgesamt war es im ganzen Studium die entspannteste und leichteste Prüfung (und das aus meinem Mund #physikhate) und ich kenne auch niemanden, der da durchgefallen ist. Wie ich für die am Anfang des 2. Semester anstehende Klausur in Physik und Chemie gelernt habe, könnt Ihr übrigens hier nachlesen!

Chemie-Praktikum

Allgemeines: Das Chemie-Praktikum besteht aus insgesamt fünf Versuchskomplexen, zu denen man alle zwei Wochen für 2-3 Stunden hinmuss. Außerdem gibt es vorher eine kurze Einführung in die Teilversuche.

Materialien: Ihr braucht das unausgefülltes Skript zum Praktikum, das Ihr bei Lehmanns kaufen könnt und einen Laborkittel. Ansonsten nur euch selbst und ein bisschen gute Laune. 😀

Prüfung: An sich gibt es keine Prüfung, was total den Druck aus der ganzen Veranstaltung rausnimmt. Aber jede Laborgruppe kommt einmal zum Antestat dran, welches je nach Laborassistent im Schwierigkeitsgrad unterschiedlich ist. Im Grunde genommen reicht es, wenn man sich vor dem Praktikum alles durchließt und ein bisschen einen Plan davon hat, warum man das grade hier reinkippt, warum das jetzt die und die Farbe hat und warum man das eigentlich grade macht – wenn Ihr versteht, was ich meine. Ansonsten ist das Praktikum wirklich entspannt und war im 2. Semester Medizinstudium meine Lieblingsveranstaltung.

Wenn Ihr sonst noch Fragen habt, sei es zu Klausuren, zum Lernen oder zu etwas ganz Anderem könnt Ihr mir hier gerne einen Kommentar dalassen oder mir per Mail oder instadirect schreiben, und meine persönlichen Tipps für mehr Motivation, Organisation und Produktivität findet Ihr hier. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg für das neue Semester mit all seinen Herausforderungen und Chancen. Eine Sache, die mir leider erst kürzlich klar geworden ist, möchte ich euch noch mit auf den Weg geben. Den Präparierkurs fand ich die meiste Zeit nur anstrengend und stressig, wollte nur, dass es vorbei ist und ich irgendwie durch alle Prüfungen komme. Jetzt, wo alles vorbei ist und ich zum Beispiel Physio lerne ärgere ich mich so oft, dass ich mir bestimmte anatomische Strukturen nicht besser und intensiver angeschaut habe. Ich habe diese einmalige Chance definitiv nicht richtig genutzt. Also auch, wenn Ihr den Kurs anstrengend findet: Versucht, so viel mitzunehmen wie möglich! Was Ihr im Präpkurs seht und erlebt, nimmt euch keiner mehr weg.
Eure Jule Unterschrift

 

 

Und hier geht es weiter mit den Informationen und meinen Tipps für das 3. Semester!

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4 Gedanken zu „Das 2. Semester Medizinstudium an der Uni Leipzig

    1. Liebe Elli! Vielen Dank für deinen lieben Kommentar, es freut mich wirklich sehr, dass Dir der Beitrag gefällt, und Dir hoffentlich dann in der Zukunft eine kleine Hilfe sein wird. Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg für die Zukunft und natürlich einen Studienplatz für Leipzig! Liebe Grüße, Deine Jule 🙂

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